die kommen oft, manchmal nicht
manche kommen manchmal, oft nicht
sie haben zu wenig geschlafen, manchmal gar nicht
sie haben schmerzen, keinen bock
und nach fünf minuten tauschen sie stift gegen handy
die leute links und rechts von mir
ziehen mich mit
manchmal geht das nicht so leicht, aber oft auch recht schnell
ich sitz' zwischen ihnen mit 9 stunden schlaf
wie ein geheimer agent
und beschwere mich
manchmal über's thema, oft über's wetter
und dann schaue ich raus und finde aber doch eigentlich
den nebel ganz romantisch
und das thema relativ interessant
die leute links und rechts von mir
lassen sich nass regnen
von ihrer lethargie
und ich will doch so gerne bei ihnen stehen
und so werde ich auch nass.
vielleicht aber,
mögen die leute links und rechts von mir das thema doch
und finden wenig schlaf nicht ganz so schlimm
dann frage ich mich, warum wir uns alle belügen
und sie unterstützen, die monotone depression,
die den hörsaal betäubt,
vielleicht aber,
wollen die leute links und rechts von mir lieber woanders sein
wo sie mehr können als hier
wo sie mehr sind als hier
vielleicht ist das ein kunststudio,
oder ein orchester,
vielleicht ein tempel,
vielleicht die ganze welt.
ich läge meine finger auch lieber auf die tasten meiner tastatur,
als auf taylorpolynome oder variablen einer feldstudie.
aber man sagte ihnen mal,
sie bräuchten etwas handfestes.
so sieht das aus, wenn man erstmal was sicheres machen will.
ich frage mich,
was ist sicherer
außer die langsam wachsende bestätigung, das falsche zu tun
eben nicht so zu leben, als wäre morgen der letzte tag.
käme heute die krebs-diagnose,
würde ich mir denken,
so ein scheiss
da hast du einen traum und da hast du einen plan
und schiebst ihn weg, tauschst ihn ein,
vielleicht haben die leute links und rechts von mir auch getauscht
vielleicht haben sie geopfert, geleugnet, aufgegeben,
vielleicht suchen sie noch nach etwas, was sie aufgeben könnten
vielleicht haben sie bisher immer nur gefunden, ohne zu suchen
und ihr herz schreit nach herausforderung
jedenfalls sitzen wir nun alle hier
manchmal schreiben wir mit, oft tun wir's nicht
beschweren unser leben mit beschwerden
anstatt einfach unter der regnenden wolke hervorzutreten
und das zu tun, was die sonne in uns hervorbringt.