seit tagen versuche ich, krampfhaft einen text zu finden
irgendwas tiefgründiges, was die leute denken lässt,
wow die hat einsicht
die hat schmerz erlebt und trauer
die weiss wovon sie redet
und keine worte finden können
ist erdrückend, es ist erstickend
du willst so viel sagen aber du weisst nicht wirklich was, oder wie, oder warum
und dann kann ich bloß warten, bis irgendeine welle von unsichtbarer energie meinen worthahn öffnet
und dann schreibe ich die texte in wenigen minuten als wüsste ich sie bereits auswendig
ich lese nicht viel, zugegeben, viel zu wenig, wenn ich an die person denke, die ich gerne sein möchte
aber bücher sind zu schwer für den koffer, und das ist eine der lächerlichsten ausreden überhaupt
ich bin hier, um meine eigene geschichte zu schreiben
aber wer sagt denn, dass sie jemand lesen möchte?
vielleicht denken ja alle anderen menschen auch nur an das gewicht ihres koffers,
vielleicht sind worte heutzutage belanglos, sie rutschen durch den kopf, flüssig und leicht verdaulich wie deutschpop,
weil sie unsere tiefsten ängste gar nicht im geringsten erreichen
aber schau, ich möchte worte finden, die nicht nur die tür zu der dunklen hinterkammer in deinem kopf eintreten
sie sollen ebenfalls die kiste mit den unerlaubten gedanken umwerfen
ein paar davon zertreten
und den rest an die wände nageln
sie sollen nicht schön sein, sie sollen dir den tag ruinieren
denn nur das bedeutet veränderung
wachstum
besserung
aber stattdessen sitze ich jeden abend vor einem weißen dokument
die eigene hinterkammer-gedankenkiste direkt daneben
umgekippt und durchwühlt
alle meine ängste verteilt um das weinglas
und alles, was bleibt, ist leere
eine kalte, schweigende leere
und sie starrt mich an von gegenüber
und ich kann nicht hinschauen
denn wer mich kennt, der weiß genau
wettkämpfe im anstarren verliere ich gnadenlos
Mittwoch, 17. Oktober 2018
Freitag, 23. März 2018
Krise, glaub ich
- Heute bin ich müde von meiner Art, die Welt zu retten.
Alles muss sich reimen, doch nichts will ins Schema passen, ich hab Wörter, die ich sagen will, doch sie wollen nicht gesagt werden, heute bin ich müde von meiner Art, die Welt zu retten, und so schlafe ich in den Tag und vergesse, dass ich schreiben kann. -
Die Welt löst sich in meinen Händen auf, wie fein gemahlene Sandkörner rinnt sie mir durch die Finger. Ich drehe meinen Kopf und habe offene Augen und sehe nur Ungerechtigkeit, Leid, Schmerz, Krieg, Blut, Mord, Depressionen, unerfüllte Sehnsüchte, Menschen, die ihre Träume erstickt haben.
Niemand kann die Welt retten. Niemand kann die Welt verbessern. Ich weiß, dass ich nur einen minimalen Kreis der Welt besitze, auf den ich überhaupt den geringsten Einfluss habe.
Ich esse kein Fleisch und trotzdem werden jeden Tag tausende von Küken geschreddert, trotzdem werden jeden Tag Kühe erstochen und Schweine aufgeschnitten. Ich bin für Frieden und trotzdem nimmt der Krieg jeden Tag Kindern die Eltern und Eltern die Kinder. Es ist unfair.
Ich will ein guter Mensch sein, in einer schlechten Welt.
Wenn mich jemand fragt, wie ich mein Leben gestalten würde unabhängig von allem, dann würde ich ihm folgendes beschreiben.
Ich würde nach Hawaii ziehen. Oder an irgendeinen anderen Ort, an dem es Sonne, Meer und viel Natur gibt. Ich würde mir ein kleines Häuschen kaufen und dort Pflanzen anbauen. Tiere behüten. Mir ein kleines Leben aufbauen mit guten Kindern und Liebe und Schutz. Ich würde mir ein altes Klavier kaufen und morgens um fünf, wenn die Vögel schon zwitschern und die Sonne schon die ersten Strahlen ins Tal schickt, um den Taureif von den Blättern zu locken, koche ich mir einen heilenden Kräutertee und spiele sanfte Töne auf den weisen Tasten dieses Klaviers, die mehr wissen als ich, die mehr erlebt haben als ich, und ich würde sitzen und atmen, weil ich die Zeit habe in dem Leben, das ich mir wünschen würde.
Ich könnte mir Früchte und Gemüse vom lokalen Farmer kaufen, der sie mit Liebe gepflückt hat gleich in dem Feld nebenan. Und wenn ich morgens aus meinem Haus in den Garten trete, dann sehe ich Bäume und Magie in den Blättern und keine LKW's voller Nutztiere, die sich nach Tod stinkend auf dem Weg zu ihrem Mord befinden, und ich sehe Bienen und kleine Raupen und keine zugepflasterten Parkplätze mit dreckigen Metallkisten.
Aber man braucht Geld und Wirtschaft und Globalisierung und man braucht graue Mehrfamilienhäuser und Kieselsteine anstatt Grünflächen vor dem Fassadenhaus und man hat Früchte, die mehr geflogen sind als man selbst, und man unterstützt eine Industrie, die unseren natürlichen Lebensraum zerstört. Und man braucht eine gerade geschnittene Hecke und ein symmetrisch angeordnetes Beet und man braucht Medikamente und chemische Arzneimittel. Man hat Bandscheibenvorfälle und Burn-Outs und jeder zweite hatte schon einmal Depressionen. Für alles gibt es eine App, der Kopf verlernt, ein Kopf zu sein, der Mensch verlernt, Natur zu sein und funktioniert ohne zu merken, dass er nicht funktioniert.
Und abends zappt man zwischen der fünften Fortsetzung von Joko & Klaas und dem dreihundertundvierzigsten Tatort und döst vor sich hin, bevor man seine schmerzenden Füße ins Bett schleppt, und sich nicht auf den nächsten Tag freut, denn jeder Tag ist wie der andere, und jedes Jahr ist wie das andere, und irgendwie wollte man einst so viel und hat nichts erreicht, aber das hat man vergessen, weil man den Gedanken nicht ertragen könnte.
Und ich bin 19 und müde, schon jetzt bin ich müde, weil mir gesagt wird, meine Illusionen und Träume seien naiv, weil mir gesagt wird, ich sei träumerisch und unrealistisch. Ich bin schon jetzt enttäuscht von der Welt und dabei habe ich sie noch nicht mal gesehen. Manchmal, wenn die Sonne tatsächlich scheint, da möchte ich etwas bewegen und poste fleißig #crueltyfree #peace #positivity
aber an anderen Tagen merke ich, wie ich in ein großes Nichts hereinrufe ohne eine Antwort zu erhalten, ohne ein Licht erzeugen zu können.
Ich sitze hier und lerne für mein Abitur und alle sprechen von unseren Zukunftsplänen, und ich möchte einfach aufhören, zu wissen, aufhören, zu fühlen und aufhören, zu denken. Denn all diese Dinge werden immer schlimmer, je älter ich werde und je mehr ich die Welt erkenne und verstehe.
Bringt mir bei, wie ich verlerne, ein Mensch zu sein so wie ihr.
Ich glaube, erst dann kann ich auf dieser Erde überleben.
Die Welt löst sich in meinen Händen auf, wie fein gemahlene Sandkörner rinnt sie mir durch die Finger. Ich drehe meinen Kopf und habe offene Augen und sehe nur Ungerechtigkeit, Leid, Schmerz, Krieg, Blut, Mord, Depressionen, unerfüllte Sehnsüchte, Menschen, die ihre Träume erstickt haben.
Niemand kann die Welt retten. Niemand kann die Welt verbessern. Ich weiß, dass ich nur einen minimalen Kreis der Welt besitze, auf den ich überhaupt den geringsten Einfluss habe.
Ich esse kein Fleisch und trotzdem werden jeden Tag tausende von Küken geschreddert, trotzdem werden jeden Tag Kühe erstochen und Schweine aufgeschnitten. Ich bin für Frieden und trotzdem nimmt der Krieg jeden Tag Kindern die Eltern und Eltern die Kinder. Es ist unfair.
Ich will ein guter Mensch sein, in einer schlechten Welt.
Wenn mich jemand fragt, wie ich mein Leben gestalten würde unabhängig von allem, dann würde ich ihm folgendes beschreiben.
Ich würde nach Hawaii ziehen. Oder an irgendeinen anderen Ort, an dem es Sonne, Meer und viel Natur gibt. Ich würde mir ein kleines Häuschen kaufen und dort Pflanzen anbauen. Tiere behüten. Mir ein kleines Leben aufbauen mit guten Kindern und Liebe und Schutz. Ich würde mir ein altes Klavier kaufen und morgens um fünf, wenn die Vögel schon zwitschern und die Sonne schon die ersten Strahlen ins Tal schickt, um den Taureif von den Blättern zu locken, koche ich mir einen heilenden Kräutertee und spiele sanfte Töne auf den weisen Tasten dieses Klaviers, die mehr wissen als ich, die mehr erlebt haben als ich, und ich würde sitzen und atmen, weil ich die Zeit habe in dem Leben, das ich mir wünschen würde.
Ich könnte mir Früchte und Gemüse vom lokalen Farmer kaufen, der sie mit Liebe gepflückt hat gleich in dem Feld nebenan. Und wenn ich morgens aus meinem Haus in den Garten trete, dann sehe ich Bäume und Magie in den Blättern und keine LKW's voller Nutztiere, die sich nach Tod stinkend auf dem Weg zu ihrem Mord befinden, und ich sehe Bienen und kleine Raupen und keine zugepflasterten Parkplätze mit dreckigen Metallkisten.
Aber man braucht Geld und Wirtschaft und Globalisierung und man braucht graue Mehrfamilienhäuser und Kieselsteine anstatt Grünflächen vor dem Fassadenhaus und man hat Früchte, die mehr geflogen sind als man selbst, und man unterstützt eine Industrie, die unseren natürlichen Lebensraum zerstört. Und man braucht eine gerade geschnittene Hecke und ein symmetrisch angeordnetes Beet und man braucht Medikamente und chemische Arzneimittel. Man hat Bandscheibenvorfälle und Burn-Outs und jeder zweite hatte schon einmal Depressionen. Für alles gibt es eine App, der Kopf verlernt, ein Kopf zu sein, der Mensch verlernt, Natur zu sein und funktioniert ohne zu merken, dass er nicht funktioniert.
Und abends zappt man zwischen der fünften Fortsetzung von Joko & Klaas und dem dreihundertundvierzigsten Tatort und döst vor sich hin, bevor man seine schmerzenden Füße ins Bett schleppt, und sich nicht auf den nächsten Tag freut, denn jeder Tag ist wie der andere, und jedes Jahr ist wie das andere, und irgendwie wollte man einst so viel und hat nichts erreicht, aber das hat man vergessen, weil man den Gedanken nicht ertragen könnte.
Und ich bin 19 und müde, schon jetzt bin ich müde, weil mir gesagt wird, meine Illusionen und Träume seien naiv, weil mir gesagt wird, ich sei träumerisch und unrealistisch. Ich bin schon jetzt enttäuscht von der Welt und dabei habe ich sie noch nicht mal gesehen. Manchmal, wenn die Sonne tatsächlich scheint, da möchte ich etwas bewegen und poste fleißig #crueltyfree #peace #positivity
aber an anderen Tagen merke ich, wie ich in ein großes Nichts hereinrufe ohne eine Antwort zu erhalten, ohne ein Licht erzeugen zu können.
Ich sitze hier und lerne für mein Abitur und alle sprechen von unseren Zukunftsplänen, und ich möchte einfach aufhören, zu wissen, aufhören, zu fühlen und aufhören, zu denken. Denn all diese Dinge werden immer schlimmer, je älter ich werde und je mehr ich die Welt erkenne und verstehe.
Bringt mir bei, wie ich verlerne, ein Mensch zu sein so wie ihr.
Ich glaube, erst dann kann ich auf dieser Erde überleben.
Donnerstag, 15. Februar 2018
ich bin
Ich ziehe an Türen, die man drücken soll.
Ich lasse Gabeln fallen und verteile mein Essen gerne rings um den Teller herum.
Ich wünsche Kellnerinnen und Kellnern ebenfalls einen Guten Appetit.
Und dann lache ich peinlich berührt, aber schäme mich nicht.
Ich vergesse oft Geburtstage und Termine und bin oft zu spät.
Ich frage noch einmal nach etwas, das gerade eben erst erklärt wurde. Aber meine Gedanken sind wie Blätter im Wind und ich fliege oft mit ihnen fort.
Ich bin keine gerade Linie.
Ich bin nicht nakd Paletten und flache Bäuche und ich bin nicht immer süß. Ich ziehe gerne Grimassen. Ich liebe dad jokes. Auch wenn niemand darüber lacht. Ich esse, was ich will und schäme mich nicht darüber, wie. Ich fühle mich schnell zuhause, doch finde nur langsam ein Heim. Ich bin kein sonniger Mai, ich bin ein nebeliger September, und morgen bin ich die Neujahrsnacht. Manchmal bin ich ein verregneter Sonntag.
Aber ich bin keine gerade Linie.
Keine teuren Uhren um mein Handgelenk, nur alte Narben und Armbänder, die das Salz des Ozeans tragen. Ich bin bloß froh, frei zu sein - unabhängig und frei. Ich bin bloß froh, atmen zu können, und zu lachen ohne die Hand vor den Mund zu nehmen. Ich weiß, ich kann nicht rappen, aber tu es trotzdem, und zwar laut.
Mein Zimmer ist ein Ebenbild meines Kopfes, hier ist nichts aufgeräumt und doch alles an seinem Platz. Mein Eyeliner ist manchmal verwischt und Socken passen grundsätzlich nie zusammen. Ich bin kein Regenbogen, ich bin eine Wolke. Und in Wolken sieht ein mancher eine Gestalt, und ein anderer sieht eine Wolke.
Ich bin keine gerade Linie.
Ich bin ein renoviertes Bauernhaus.
Von außen jung und sauber, frisch gestrichen und einladend. Den Weg zur Haustür von Rosen umrahmt. Unter der Fassade jedoch modern die alten Steine. Das Fundament von Moos und Maden befallen, die Fenster klemmen an allen Ecken. Der Parkettboden knarzt, die Treppe ist brüchig, und irgendwo in einem Schlafzimmer ist mal jemand gestorben.
Ich pflechte mir meine Lügen um meinen Kopf wie Efeu, so schmückt man sich heutzutage, wenn von innen nichts mehr Sinn ergibt. Ich will jeden Tag was neues erschaffen, die Krise aussitzen, die Welt berühren, doch am Ende des Tages bleiben es nur zwei Sätze, oder drei, und meine kalte Bettdecke.
Für Mädchen wie mich gibt es keinen Himmel, denn wir fliegen lieber weiter, Richtung Sterne. Ich bin glücklich, aber manchmal bin ich leise.
Manchmal renne ich, manchmal liege ich auf dem Boden und schaue mir die Wolken an.
Manchmal scheint die Sonne und ich kann sie nicht sehen. Und manchmal scheint sie und ich werde verbrannt. Manchmal finde ich Leben nicht leicht, aber das finde ich interessant. Ich wickel' mich um Probleme und starre sie so lange an, bis sie sich mit mir anfreunden wollen. Oder bis sie mir gefallen.
Ich bin keine gerade Linie.
Mein Gesicht ist nicht symmetrisch, meine Haare schwer zu bändigen, mein Herz tief und schwer. Da ist ein Loch in meinem Oberkörper, ich versuche es seit jeher zu füllen mit Leben, und schaust du hinein, lasse ich dich hineinschauen, dann siehst du ein Mosaik der buntesten Erinnerungen, mit denen ich die Dunkelheit in mir fülle, jeden Tag, immer wieder.
Ich bin nicht leicht, ich fordere. Ich sage meine Meinung. Ich bin kein perfektes Selfie, ich wachse jeden Tag. Ich habe Angst vor dem Normal werden und Angst vor Kontrollverlust. Ich kann nicht mitlaufen. Ich gehe meinen eigenen Weg. Und ich bin stolz auf meine Entscheidungen und stehe zu meinen Fehlern.
Verglichen mit den anderen Mädchen da draußen bin ich für manche ein Niemand, doch für einige ein Alles. Und für mich, für mich bin ich keine gerade Linie, gott sei Dank. Wie langweilig das Leben doch wäre, wäre ich nicht ich.
Mein Gesicht ist nicht symmetrisch, meine Haare schwer zu bändigen, mein Herz tief und schwer. Da ist ein Loch in meinem Oberkörper, ich versuche es seit jeher zu füllen mit Leben, und schaust du hinein, lasse ich dich hineinschauen, dann siehst du ein Mosaik der buntesten Erinnerungen, mit denen ich die Dunkelheit in mir fülle, jeden Tag, immer wieder.
Ich bin nicht leicht, ich fordere. Ich sage meine Meinung. Ich bin kein perfektes Selfie, ich wachse jeden Tag. Ich habe Angst vor dem Normal werden und Angst vor Kontrollverlust. Ich kann nicht mitlaufen. Ich gehe meinen eigenen Weg. Und ich bin stolz auf meine Entscheidungen und stehe zu meinen Fehlern.
Verglichen mit den anderen Mädchen da draußen bin ich für manche ein Niemand, doch für einige ein Alles. Und für mich, für mich bin ich keine gerade Linie, gott sei Dank. Wie langweilig das Leben doch wäre, wäre ich nicht ich.
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